Wolf Udo Wagner
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Stil & Markt, 7/2005, Designergilde INTERVIEW: Wolf Udo Wagner

Eine Tülle. Ein Griff. Ein bauchiger Korpus. Mehr brauchst es nicht, um eine funktionsfähige Teekanne zu gestalten. Mehr bringt auch die Teekanne, die Wolf Udo Wagner für Auerhahn gestaltet hat, nicht mit. Dennoch trägt sie ganz unverkennbar die Handschrift des 39-jährigen Designers: Sie strahlt Klarheit aus und Kühle, ohne technisch zu wirken. Ihre runden Linien sind es, die der Wagner-Teekanne die organische Optik verleihen. Wegen dieses Faibles für sanfte Rundungen hat man ihn, so ist in einem Portrait das die Zeitschrift Vogue 2003 über ihn veröffentlicht hat, zu lesen, einen Soft-Minimalisten genannt. Das kann Wagner, der sich 1997 nach seinem Produktdesignstudium an der Fachhochschule Darmstadt und der Metropolitan University von Manchester als Designer in Frankfurt am Main niederließ, getrost unterschreiben. Die Betonung liegt dabei aber deutlich auf dem Minimalismus. „Meine Produkte“, erklärt der Designer, „sind pur und funktional. Sie kommunizieren ihre Struktur, Konstruktion und den Kontext, in dem sie genutzt werden.“ Das bedeutet, dass er bei seiner gestalterische Arbeit die Funktion und Struktur der Dinge hinterfragt. Muss ein Ruhesessel z.B. weich gepolstert sein, um Bequemlichkeit zu bieten? Wagner sagt nein und gestaltet z.B. seinen „Lounge Chair O2“ so, dass kein Kissen von den ergonomisch ausgewogenen Formen ablenkt. Komfortabel ruht man auf ihm und gesund obendrein: Die spezielle Form der Liege soll das Blut optimal zirkulieren lassen. Funktion auf ihre reinste Form reduziert findet sich auch bei der Wanduhr „Red 12“. Von ihr kann, obwohl sie ganz ohne Ziffern auskommt, ganz leicht die Zeit abgelesen werden. Wagner hat einfach den Nagel, mit der die Uhr an der Wand befestigt wird, zum Bezugspunkt für die 12 gemacht. So bringt der Zeitmesser genau so viel mit, wie eine Uhr eben braucht. Eine pure Funktionalität, die immer wieder für Designpreise gut war. Arbeiten Wagners erhielten z.B. den red dot, den iF design award, den DesignPlus oder den Good Design Award des Chicago Athenaeum.
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