Wolf Udo Wagner
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Frühjahr/Sommer2009 Schön + grün TERRASSEN-AWARD So schön ist Verantwortung Auf der Terrasse tut sich allerhand: Wolf Udo Wagner, der in diesem Jahr Designpreise vom „iF Award“ über den „ red dot“ bis hin zu „ DDC Award“ für diverse Gartenobjekte abräumte, hat für uns die Trends im Outdoorbereich ausgemacht. Und er wagt einen Blick in die Zukunft. Was können Terrassenmöbel heute besser als vor zehn Jahren? Wolf Udo Wagner: Ich erinnere mich an Kunststoff-Klappstühle mit bereiten Armlehnen, durchaus hochwertig, man klemmte sich dennoch oft die Finger beim gut gemeinten dicken, oft großblumigen Polsterauflagen. Wahlmöglichkeiten gab es nur bei den Tischen. Eckig oder rund, für vier oder sechs Personen. Das war es. Zum Glück besaß ich damals noch keine Terrasse. Denn jetzt gibt es Vielfalt, mehr Freiheit, Interieur, das dem für Wohnzimmer, Küche und Co.in Nichts nachsteht. Dann steht also bald unser Wohnzimmer im Garten? Wolf Udo Wagner: Mittlerweile sind sogar Outdoorteppiche im Markt zu finden, die das Wohnzimmergefühl nach draußen transportieren. Aber es gibt einen wesentlicheren Trend: die ECO-Kompetenz der Produkte. Man wird wieder regionaler fertigen, um nicht um den halben Globus transportieren zu müssen. Man wird Rohstoffe bewusster nach ökologischen Kriterien auswählen. Man wird nachhaltiger gestalten, konstruieren und produzieren. Dieses Verantwortungsbewusstsein ist jetzt schon eine nicht zu ignorierende Komponente von Designqualität, und es wird sich in den kommenden Jahren raumgreifend etablieren. Dennoch gibt es Wohnthemen: Welche können Sie ausmachen? Wolf Udo Wagner: Ethanolfeuerstellen für innen und außen sind eine sehr erfolgreiche Thematik und seit einigen Jahren eine komplett neue Produktkategorie geworden. Aktuell sind sie definitiv Verkaufsschlager. Zu Recht, denn es ist wunderbar, vorm Feuer die Zeit zu vergessen. Feuer spielt doch eh eine wichtige Rolle auf der Terrasse. Wolf Udo Wagner: Seit jeher wird gegrillt und im Grunde stellt das Lagerfeuer die erste Küche dar. Die Entwicklungen sind vielfältig: Einweg, Profigrillstation, Campingversion … An der Gewohnheit unserer Vorfahren – man versammelte sich am Lagerfeuer, um sich zu wärmen und das Essen zuzubereiten – knüpft beispielsweise der neue Grill „Vesta“ an. Er steht direkt auf dem Tisch, die Leute sitzen darum – herum, sie grillen und essen gemeinsam. Es muss keiner mehr als so genannter Grillmeister abgestellt werden. Jeder bereitet nun sein Menü selbst zu, man kann reden und die Kulinarik gemeinsam genießen. Das Tolle: Hier kommen viele wohltuende Faktoren zusammen. Material spielt gleichfalls eine große Rolle. Welches hat dieses Jahr die Nase vorn? Wolf Udo Wagner: Tropenholz hat nicht mehr die Wichtigkeit. Gut so, denn es wird einmal um die Erde transportiert, um dann zum Dumpingpreis verkauft zu werden, Einige Kunststoffe legen erstaunlicherweise eine weit bessere Energiebilanz und Nachhaltigkeit an den Tag. Gecoatetes PU bietet hervorragende Outdooreigenschaften. Ich kombiniere das Material bei der neuen Modulserie „Univers“ mit regionalem Massivholz. Das Holz wird gedämpft und ist damit außenraumtauglich. So treffen natürliche und vertretbare künstliche Materialien aufeinander. Wie sieht die perfekte Terrasse für den Designer aus? Wolf Udo Wagner: Da habe ich eine wahrscheinlich unpopuläre Antwort: rundum und auch mittendrin wild zugewachsen mit beinahe allem, was regional gedeihen will und kann, dazwischen sparsam Mobiliar, aber sehr funktionales. Es muss Sitzen, Loungen, Liegen, Reden, Schreiben und natürlich das Genießen der Natur ermöglichen. Das Leben ist Gestaltung. Und was macht Wolf Udo Wagner auf seiner Terrasse? Wolf Udo Wagner: Beinahe alles, was ich auch drinnen mache. Aber um es auf den Punkt zu bringen: Vorzugsweise nehme ich dort wochentags einen schnellen Kaffee am Morgen ein. Auf der Terrasse zu arbeiten kommt mir wie Freizeit vor. Wenn es die Zeit erlaubt, machen wir abends Feuer und schauen stundenlang in die Flammen, nebenher gibt es ein paar köstliche, gegrillte Kleinigkeiten und etwas Wein. Keiner hat mehr das Bedürfnis, nach innen zu gehen. Als Sonnenanbeter zieht es mich an guten Tagen natürlich nach draußen, mal auf die Liege, mal einfach auf den Rasen. Es fragte Julia Richter.
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